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Post aus Sare Hamadi

Ein Mann steht neben einigen Schafen.
Zusätzlich zu den Rindern seines Vaters hat Mohammed S. Schafe gekauft.

Post aus Sare Hamadi

Ich bin Mohammed. Vor einigen Monaten bin ich in meine Heimat zurückgekehrt.
Seit ich wieder in Gambia bin, beginnt mein Tag so: Ich stehe mit der Sonne auf und gehe in den Stall. Dort melke ich die Kühe. Ein Teil der Milch ist für meine Familie. Den anderen Teil bringe ich in den kleinen Laden unseres Hofs, den ich nach meiner Rückkehr eröffnet habe. Dort verkaufe ich jeden Tag die frische Milch. Dann setze ich mich an die Bücher, in denen ich unsere Einkünfte dokumentiere.

Schon meine Eltern züchteten hier in unserem Heimatort Sare Hamadi Rinder, Pferde und Schafe. Und schon als Kind und junger Mann habe ich bei der Arbeit auf dem Hof geholfen. Doch es wurde immer schwieriger, davon zu leben. Deshalb wanderte ich 2015 nach Europa aus. Vergangenes Jahr kehrte ich zurück, weil mir klar wurde, dass mein Platz hier ist, bei meiner Frau und meinen vier Kindern. Anders als früher blicke ich jetzt aber optimistisch in die Zukunft. Ich habe mich in Deutschland gut darauf vorbereitet, mir hier eine sichere Existenz aufzubauen

Ein Mann setzt Mauersteine aufeinander.
Mohammed S. hat auf dem Hof seiner Eltern einiges verändert.

Kaufmännisches Wissen macht sich bezahlt

Wie man ein Geschäft langfristig führt, habe ich im Training mit einem Coach von Social Impact gelernt. Er gab mir Orientierung und vermittelte mir wichtige Kenntnisse zu Buchführung und Marketing. Dieses Wissen ist sehr wichtig, wenn man einen landwirtschaftlichen Betrieb führen und davon leben möchte. Das weiß ich heute und davon profitiere ich.

Außerdem konnte ich von Deutschland aus wertvolle Kontakte knüpfen, zum Beispiel zu Daouda Niang. Er ist Direktor des „Gambia Tourism and Hospitality Institute“ und gibt Seminare über Tourismus an der Universität von Gambia. Er kennt viele Menschen und kann mich mit möglichen Geschäftspartnern zusammenbringen. Er hat mich in meinem Plan bestärkt, in die Fußstapfen meiner Eltern zu treten und professioneller Viehzüchter zu werden.

Nach der Rückkehr habe ich über die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das European Return and Reintegration Network (ERRIN) auch finanzielle Starthilfe bekommen, um mein Unternehmen zu gründen. Mit diesem Geld konnte ich den Laden eröffnen. Außderdem konnte ich unser Grundstück sicher einzäunen und meine eigene Schafmast beginnen. So hat unsere Familie noch mehr Platz, um Leben und Viehzucht zu vereinbaren.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Haus. Die Frau trägt ein kleines Kind auf dem Arm.
Mohammed S. mit seiner Frau und seinem Neffen.

Engagement in der Gemeinde

Mein Vater ist inzwischen zu alt, um die Rinderzucht zu betreiben. Von ihm habe ich die Herden übernommen. Aber ich habe zusätzliche Schafe gekauft, um sie zu mästen und für den Weiterverkauf aufzuziehen. Ich denke, dass die Tierhaltung eine Möglichkeit ist, langfristig ein zuverlässiges Einkommen zu erzielen. Das Hüten von Rindern ist seit Generationen die Lebensweise meines Volkes. Auf diesen traditionellen Pfaden weiterzugehen, macht mich stolz.

Seit meiner Rückkehr bin ich auch Mitglied im Komitee für Dorfentwicklung. Wir setzen uns für die Anliegen unserer Mitmenschen ein und dafür, unseren Lebensraum zu schützen. Zusammen mit den Nachbargemeinden arbeiten wir gerade an einer Kampagne zur Prävention und Kontrolle von Buschfeuern. So bin ich auch im Dorf wieder sehr gut vernetzt. Die Entscheidung zur Rückkehr war richtig: Meine Familie ist bei mir, meine Nachbarinnen und Nachbarn kaufen bei mir ein und alle können von dem neuen Wissen profitieren, das ich erworben habe.

Eine Artikelreihe mit der kompletten Geschichte von Mohamed S. finden sie im Blog. Den ersten Artikel "Ich brauchte Menschen, die mir auf die Füße helfen" finden Sie hier.

Die hier beschriebenen Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung werden angeboten im Rahmen von „Perspektive Heimat“.

Mehr erfahren >
Seit meiner Rückkehr bin ich auch Mitglied im Komitee für Dorfentwicklung.
Mohammed S.