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„Mit meinem Modegeschäft habe ich etwas Großartiges geschafft“

Eine Frau schaut selbstbewusst in die Kamera. Sie steht inmitten von Kleidungsstücken.
Elizabeth ist stolz auf ihr Modeunternehmen.

„Mit meinem Modegeschäft habe ich etwas Großartiges geschafft“

Mein Name ist Elizabeth. Ich bin Ende 2019 nach Nigeria zurückgekehrt, nachdem ich in Deutschland kein Asyl erhalten hatte.

Das Leben war schwierig, als ich nach Lagos zurückkam. Ich hatte kein Geld und keine Unterkunft. Mehrere Wochen hatte ich keinen festen Wohnsitz. Außerdem hatte ich Schulden. Ich wohnte eine Zeit lang in der Notunterkunft einer Kirche. Von einem Freund habe ich vom Deutsch-Nigerianischen Zentrum für Jobs, Migration und Reintegration (NGC) erfahren und von den Hilfen für Rückkehrende. Das NGC hat mich sehr freundlich aufgenommen. Das Team half mir sogar, eine vorübergehende Unterkunft in der Nähe des Zentrums zu finden.
 

Training in der Modebranche

Das Zentrum vermittelte mir ein Training als Schneiderin und verschiedene Kurse in der Modebranche. Ich lernte, Kleidung so zuzuschneiden und zu nähen, dass sie perfekt sitzt. Darüber hinaus lernte ich, wie man Schmucksteine auf die Kleidung setzt. Und ich habe erfahren, wie ich die Kleidung am besten vermarkten kann.

Insgesamt konnte ich durch die Schulungen mein Wissen erweitern und mich als Modedesignerin selbstständig machen. Durch die neuen beruflichen Möglichkeiten habe ich mittlerweile ein regelmäßiges Einkommen. Ich habe erkannt, dass ich in Nigeria ein gutes Leben führen kann.

Selbstständig mit eigenem Geschäft

Mit der Unterstützung des NGC eröffnete ich im Dezember 2021 mein eigenes Geschäft. Das Zentrum unterstützte mich nach dem Training mit einer Näh- und einer Webmaschine sowie mit einer Maschine zum Anbringen von Schmucksteinen auf Stoffen. Zusätzlich zu den Werkzeugen zahlte das Zentrum ein Jahr lang die Miete für mein Geschäft.



Die Ausbildung in der Modebranche war die richtige Entscheidung, denn der Beruf macht mir Spaß. Mein Interesse an Mode und Design habe ich von meiner Schwester. Sie verkauft schon lange Kleidung. Sie bekommt sie aus dem Ausland. Vor ein paar Jahren hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich eines Tages selbst ein Modegeschäft betreiben kann.
 

„Jetzt bin ich glücklich als Unternehmerin“

Nach ein paar Schwierigkeiten am Anfang läuft mein Laden jetzt gut. Ich arbeite in dem Vorort Ayobo in Lagos. Die Menschen dort freuen sich über die Kleidung, die ich verkaufe. Sie gefällt ihnen. Dadurch ist mein Geschäft gewachsen. Ich fühle mich dort wie zu Hause. Ich bin glücklich als selbstständige Unternehmerin.

Jetzt fühle ich mich stark. Ich denke gern an mein Unternehmen. Mir wird dann bewusst, dass ich etwas Großartiges geschafft habe. Was gibt es Schöneres, als morgens aufzuwachen und in den eigenen Laden zu gehen?

Eine Frau sitzt vor einer Nähmaschine und arbeitet an einem Stück Stoff.
Die Arbeit mit der Nähmaschine hat Elizabeth eine neue Lebensperspektive gegeben.

Nächstes Ziel: Weiterentwicklung des Geschäfts

Mein Ziel ist es, dieses Geschäft weiterzuentwickeln. Dafür brauche ich zuerst einen Stromgenerator, denn hier gibt es häufig Stromausfälle. Aber bei Stromausfall kann ich meine Maschinen nicht benutzen. Außerdem möchte ich mein Angebot erweitern. Ich möchte zum Beispiel Damentaschen und Schuhe anbieten. Meine Kunden und Kundinnen fragen oft nach diesen Produkten. Ich träume von einem größeren Geschäft, das Menschen aus nah und fern anzieht.

In Zukunft möchte ich auch andere Menschen ausbilden und ihnen so eine berufliche Perspektive in der Modebranche ermöglichen. Ich möchte ihnen zeigen, dass es viele Möglichkeiten für sie gibt, in Nigeria erfolgreich zu sein – wenn sie hart arbeiten.

Stand: 10/2022

Dieser Text ist in einfacher Sprache geschrieben. So möchten wir erreichen, dass er für alle Interessierten gut verständlich ist.

Früher hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich eines Tages selbst ein Modeunternehmen betreiben kann. Jetzt fühle ich mich stark.
Elizabeth, Nigeria

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