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Froh, wieder zu Hause zu sein

Zagorka schminkt eine Kundin im Schönheitssalon.
Zagorka schminkt eine Kundin im Schönheitssalon.

Froh, wieder zu Hause zu sein

Ich heiße Zagorka. Ich bin 28 Jahre alt und lebe in Knjaževac in Serbien. Ich bin geschieden und habe 2 Kinder. Ich habe lange versucht, mir ein Leben in Deutschland aufzubauen. Aber es fühlte sich nie richtig nach Heimat an. Als unser Asylantrag abgelehnt wurde, gingen wir zurück nach Serbien. Mithilfe einer Kurz-Ausbildung zur Kosmetikerin konnte ich beruflich Fuß fassen.

Bevor ich mit meiner Mutter und meiner Schwester nach Deutschland ging, hatte ich schlechte Berufsaussichten: Ich hatte weder die Schule abgeschlossen noch eine Ausbildung gemacht. Meiner Familie fehlte damals einfach das Geld. Wir hielten uns mit Saisonarbeit über Wasser, als Erntehelfer. Wir waren überzeugt, in Deutschland ein besseres Leben zu finden. Doch ich fühlte mich fremd und unsicher. Letztlich war ich erleichtert, nach Serbien zurückzukehren. Gleichzeitig fürchtete ich aber, keine Arbeit zu finden.

Zwei Frauen stehen in einem Schönheitssalon und unterhalten sich.

Ein Job in einem Schönheitssalon

Von einer Sozialarbeiterin, die mit Roma arbeitet, erfuhr ich vom Deutschen Informationszentrum für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK). Das Beratungsteam bot mir ein Karrierecoaching und verschiedene Kurse an. Ich entschied mich für einen 3-monatigen Kosmetikkurs. Ich wollte schon immer eine Kosmetikschule zu besuchen, aber früher gab es in unserer Stadt kein solches Angebot.

Der Kurs fand in einem Schönheitssalon statt, sodass ich direkt an Kundinnen üben konnte. Ich lernte Techniken in Maniküre und Pediküre. Die kosmetischen Anwendungen machten mir viel Spaß: künstliche Wimpern und Nägel anbringen, Make-up auftragen und mehr. Ich lernte schnell. Dadurch gewann ich Selbstvertrauen auch im Umgang mit den Kundinnen.

Zagorka steht in ihrem Schönheitssalon.

Nach Abschluss des Kurses konnte ich in dem Schönheitssalon als Auszubildende anfangen. Dann übernahm ich eine Schwangerschaftsvertretung. Schließlich bot mir die Chefin einen festen Vertrag an. Inzwischen habe ich sogar ein paar Stammkundinnen. Die Arbeit macht mir weiterhin Freude und ich möchte noch viel dazulernen. Ich bin ehrgeizig und will immer auf dem neusten Stand der Dinge sein. An Nachbarinnen und Verwandten übe ich Massagetechniken oder probiere Kosmetik-Trends aus. Momentan hat die Corona-Pandemie leider alles etwas ausgebremst. Ich hoffe, das geht bald vorbei. Insgesamt bin ich froh, wieder hier in Serbien zu sein.

Stand: 12/2020

Die hier beschriebenen Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung werden angeboten im Rahmen von „Perspektive Heimat“.

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Ich bin ehrgeizig und will immer auf dem neusten Stand der Dinge sein.
Zagorka

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