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Mit Talent zum eigenen Friseur-Salon

Eine junge Frau mit einem Pferdeschwanz schaut selbstbewusst in die Kamera. Sie sitzt in einem Friseursalon.
Hat an sich geglaubt: Majlinda.

Mit Talent zum eigenen Friseur-Salon

Ich bin Majlinda und davon überzeugt, dass jeder Mensch mit einem Talent geboren wird. Bei mir ist es die Leidenschaft für das Friseurhandwerk. Schon als Kind mit 7 oder 8 Jahren habe ich den Leuten in unserer Nachbarschaft die Haare gemacht. Sonst gibt es in unserer Familie keine Friseure oder Friseurinnen. Aber mein Vater erkannte mein Talent. Er hat es möglich gemacht, dass ich noch während der Schulzeit einen privaten Friseurkurs besuchen konnte.

Ich bin in der Hafenstadt Durrës an der Adria großgeworden. Nach dem Schulabschuss konnte ich in einem Salon arbeiten. Das Gehalt war allerdings lächerlich gering. Ich wusste, ich war für dieses Handwerk geboren. Aber meiner Familie fehlte das Geld für einen eigenen Friseur-Salon.

Ohne Papiere keine guten Aussichten


Mit 19 heiratete ich und wurde Mutter eines Sohnes. Zusammen mit meinem Mann gingen wir zuerst nach Griechenland in der Hoffnung auf ein besseres Einkommen. Dort habe ich als Putzfrau in einem Friseur-Salon angefangen. Als ich eines Tages für eine Kollegin einspringen musste, entdeckte meine Chefin mein Talent. Von da an arbeitete ich als Friseurin. Doch uns fehlten die nötigen Papiere und wir konnten nicht bleiben. Wie viele Albaner haben wir uns entschieden, unser Glück in Deutschland zu suchen.
 

Mein Vater freut sich über unsere Rückkehr


2013 gingen wir nach Freiburg. Wir wurden dort unterstützt. Wir fanden eine Wohnung, lernten Deutsch, konnten arbeiten und mein Sohn wurde eingeschult. Mit 10 Jahren sprach er schon 3 Sprachen: Albanisch, Griechisch und Deutsch. Doch nach dreieinhalb Jahren wurde unser Asylantrag abgelehnt und wir kehrten wieder nach Albanien zurück. Mein Vater hat sich sehr gefreut, dass wir wiederkamen. „Wenn dein Kind weggeht, wenn es groß ist, wirst du mich verstehen“, meinte er.

Erste Kontakte für die Selbstständigkeit


Wir hatten in Deutschland etwas Geld sparen können und bauten uns in Albanien ein Haus. Ich begann wieder als Friseurin zu arbeiten, 12 Stunden am Tag für wenig Geld. Eines Tages entdeckte ich im Internet, dass das Deutsche Informationszentrum für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK) Unterstützung für Rückkehrer und Rückkehrerinnen anbietet.

Ich rief die Telefonnummer an und das Beratungsteam war hilfsbereit. Kurz darauf kam im Auftrag von DIMAK jemand von den Sozialorganisationen „Nisma Arsis“ und „Terre des hommes“ zu mir und interviewte mich. Beide Hilfsorganisationen arbeiten in Albanien zusammen. Später habe ich an einem Seminar zur Existenzgründung in der Nähe von Durrës teilgenommen. Hier konnte ich meine Ideen für die Selbstständigkeit diskutieren und überprüfen.

Eine junge Frau in einem blauen Kleid steht vor einem Spiegel in einem Friseursalon und hat eine Bürste in der Hand.
Majlinda in ihrem eigenen Friseur-Salon.

Unterstützung für die Einrichtung des Salons


Mit 35 Jahren konnte ich im September 2021 meinen eigenen Friseur-Salon eröffnen. Durch die finanzielle Unterstützung für die Ausstattung und für Arbeitsmaterial konnte ich meinen Plan verwirklichen. Ich muss sagen, dass es für mich und meine Familie am Anfang nicht einfach war, uns wieder in Albanien einzuleben. Aber inzwischen sind wir zufrieden. Man muss Selbstvertrauen haben und seinen Traum nicht aus den Augen verlieren. Ich habe es geschafft, ihn zu verwirklichen.

Stand: 07/2022

Dieser Text ist in einfacher Sprache geschrieben. So stellen wir sicher, dass er für alle Interessierten gut verständlich ist.

Meine Leidenschaft ist das Friseurhandwerk. Jetzt konnte ich meinen Traum vom eigenen Salon verwirklichen.
Majlinda

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