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Masken für das eigene Auskommen – und gegen die Pandemie

Ein Mann überreicht einer anderen Frau ein Zertifikat. Sie schütteln Hände.

Cynthia ist 31 Jahre alt und kommt aus dem Bundesstaat Edo in Nigeria. Sie studierte Medizinische Biochemie an der Universität von Benin (UNIBEN) und suchte nach ihrem Abschluss 2012 eine feste Stelle. Bis auf einige Gelegenheitsjobs blieb die Suche jedoch erfolglos.

Über eine Freundin erfuhr Cynthia im April 2019 vom Deutsch-Nigerianischen Zentrum für Jobs, Migration und Reintegration (NGC) in Benin-Stadt. Das Zentrum unterstützt die lokale Bevölkerung und Zurückgekehrte bei der Jobsuche oder bei der Existenzgründung. Es wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) betrieben. Das Zentrum ist Teil des Programms „Perspektive Heimat“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Eine Frau schneidet Stoffe für Schutzmasken zu.

Unterstützung beim Einstieg in die Modeindustrie

Im NGC wurde Cynthia zu ihren beruflichen Möglichkeiten beraten und in ein zweitägiges „Career PATH“-Training vermittelt. Dort erwarb sie erste Kenntnisse in Unternehmensführung, setzte sich mit den eigenen Stärken und Interessen auseinander und entschied sich schließlich, in die Modeindustrie einzusteigen. Sie fasste den Plan, eine eigene Marke zu kreieren. „Ich habe mich schon immer für Mode interessiert. Durch das Training erkannte ich, dass ich mein eigenes Unternehmen führen kann.“

Im Herbst 2019 absolvierte Cynthia eine dreimonatige Schulung in Textil- und Modedesign. Organisiert wurde diese Schulung vom NGC gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation Genius Hub. Deren Ziel ist es, kleine Unternehmen und Einzelpersonen mit Trainings zu mehr Erfolg zu verhelfen. Wie alle Schulungsteilnehmenden erhielt auch Cynthia im Anschluss eine eigene Nähmaschine und wurde vom NGC dabei unterstützt, ihr Unternehmen anzumelden. Mit Erfolg: Durch Kontakte, die Cynthia während der Schulung geknüpft hatte, und durch Weiterempfehlungen von Kunden lief ihr Geschäft zunächst gut. Sie bekam täglich neue Aufträge.

Nach der Krise möchte sie endlich einen eigenen Laden eröffnen

Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie im März 2020 verschlechterte sich zunächst auch für Cynthia die Auftragslage. Zu ihrem Glück kam Genius Hub erneut auf sie zu und informierte sie darüber, dass der Bundesstaat Edo nach Unterstützung bei der Herstellung von Mund-Nasen-Masken suchte. Gemeinsam mit den anderen Absolventinnen und Absolventen der Schulung ergriff Cynthia diese Chance sofort. Sie sichert ihr in dieser schwierigen Zeit ein Einkommen. Gleichzeitig kann sie einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.

„Ich bin so glücklich und dankbar für diese Möglichkeit – besonders in der jetzigen Zeit, in der viele Leute ihren Beruf nicht weiter ausüben können. In den nächsten sechs Monaten werde ich an dem staatlichen Auftrag arbeiten, aber ich führe auch mein Modeunternehmen weiter – von zu Hause aus. Ich hoffe, dass ich einen eigenen Laden eröffnen kann, sobald die Krise vorbei ist.”

Stand: 07/2020

Ich bin so glücklich und dankbar für diese Möglichkeit – besonders in der jetzigen Zeit, in der viele Leute ihren Beruf nicht weiter ausüben können.
Cynthia

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