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Zwei Obstbäuerinnen, die zusammenstehen

Obstbäuerin Milica mit einem ihrer vier Kinder in der Himbeerplantage.

Zwei Obstbäuerinnen, die zusammenstehen

Jasmina und Milica leben mit ihren Familien in Arilje, der „Himbeerhauptstadt“ Serbiens. Viele Menschen verdienen hier mit Obst ihren Lebensunterhalt. Auch die beiden Frauen begannen mit dem Anbau von Himbeeren.

Nach ersten Anfängen gefährdeten Rückschläge durch Dürren ihre Erträge. Doch anstatt aufzugeben, holten sie sich gemeinsam Unterstützung vom Deutschen Informationszentrum für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK) und der Partnerorganisation HELP. So konnten sie ihre Betriebe auf eine bessere Basis zu stellen. Nun blicken sie zuversichtlich nach vorne.

Nächster Schritt ist eine Genossenschaft


Die beiden Frauen stellten im April 2021 einen Antrag auf Unterstützung beim DIMAK. Das Zentrum unterstützte Jasmina und Milica zum Beispiel durch Schulungen für den Start ins Unternehmertum und persönliche Beratung. Beide erstellten Geschäftspläne für ihre Obstbauernhöfe. Durch HELP erhielten sie einige Geräte für die Landwirtschaft wie eine Sprühmaschine und Fräse.

Jasmina pflanzt mit Familienangehörigen neue Setzlinge.

Die zwei Familien haben ihre Betriebe inzwischen offiziell angemeldet und wollen nun eine Genossenschaft gründen. „Das qualifiziert uns für mehr Unterstützung, zum Beispiel ein Büro und möglicherweise einen Kühlschrank für Himbeeren. Wir verhandeln gerade mit ein paar anderen Erzeugern“, sagen sie.

Selbstständigkeit bedeutet viel Arbeit


Beide haben inzwischen viel investiert und Kredite aufgenommen, um ihre Anbauflächen zu vergrößern und neue Setzlinge zu kaufen. Milica und ihr Mann Zlatko bewirtschaften nun 6000 Quadratmeter, Jasminas Familie 5000.

2022 kann keine der beiden Familien mit einer nennenswerten Ernte aus den neuen Setzlingen rechnen, da es zwei bis drei Jahre dauert, bis die neuen Himbeersträucher viele Früchte tragen werden. Sie brauchen sorgfältige Pflege, die im Februar beginnt und bis in den Herbst hinein andauert.

Jasmina (links) und Milica (Mitte) besprechen die Arbeit für den nächsten Tag.

„Und wir haben noch so viel mehr zu tun und zu investieren. Zum Beispiel müssen wir Teile des Obstgartens bewässern“, sagt Jasmina. Himbeeren sind ein heikles Obst. Letztes Jahr ernteten sie auf den alten Feldern wegen einer Dürre viel weniger als üblich. In einer guten Saison bringt eine Fläche von 100 Quadratmetern 200 bis 250 Kilogramm Beeren. „Doch wir konnten nur zwischen 5 und 10 Kilo ernten. Es war schrecklich“, sagt Milica. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Wasserversorgung sicherstellen“, fügt Jasmina hinzu.

Gemeinsam die Felder beackern


Im Moment arbeiten die Familien gemeinsam. „An manchen Tagen, wenn wir nach der Schufterei vom Morgengrauen bis zur Dämmerung völlig erschöpft sind, sitzen wir zusammen und fragen uns, warum wir das alles machen. Wenn wir zweifeln, dann machen wir uns gegenseitig Mut – in zwei Jahren wird das Leben besser werden“, sagt Jasmina. „Wir werden die Schulden abbezahlen und anfangen, ein besseres Leben zu führen.“

 

Jasmina setzt alle Hoffnungen auf den Obstanbau.

Jasmina: Von Kosovo über Westeuropa nach Serbien


Dieses Ziel will die 37 Jahre alte Jasmina nicht aus den Augen verlieren. Sie wurde mit ihrer Familie aus Kosovo vertrieben. Zunächst lebten alle gemeinsam in Westeuropa. Doch als ihr Mann Nenad 2016 zurückkehren musste, folgte ihm Jasmina mit ihrem Baby nach Serbien. „Ich habe meinen Vater verloren, als ich noch jung war. Ich wollte auf keinen Fall, dass mein Kind ohne Vater aufwächst“, erzählt sie. Durch Unterstützung des serbischen Flüchtlingskommissariats erhielten sie ein altes Haus am Stadtrand von Arilje, das sie renovieren.

„Ich arbeite, seit ich 14 bin, und habe noch nie einen Job abgelehnt. Ich habe in einer Bäckerei gearbeitet und in Geschäften“, sagt Jasmina. „Das Leben war hart für mich.“ Auf den Obstanbau setzt sie jetzt alle Hoffnungen für eine bessere Zukunft.

 

Milica ist jetzt Vollerwerbsbäuerin.

Milica: Alles auf Himbeeren gesetzt


So geht es auch der 30-jährigen Milica, die aus Arilje stammt. Sie hat vier Kinder und die Himbeeren waren lange nur ein Nebenerwerb. Die Familie betrieb eigentlich eine kleine Näherei und arbeitete für eine Textilfabrik, ein anderer wichtiger Wirtschaftszweig im Südwesten Serbiens. Doch 2020 beschädigte ein Hochwasser das Haus der Familie. „Alle Maschinen wurden zerstört. Jetzt gibt es nur noch Himbeeren“, sagt Milica und schaut über die Felder.

Stand: 07/2022

 

 

Unterstützung für die Bäuerinnen

Die Obstbäuerinnen Jasmina und Milica werden unterstützt durch:

Wir haben noch so viel mehr zu tun und zu investieren. Wenn wir zweifeln, dann machen wir uns gegenseitig Mut.
Jasmina

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