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Mit Starthilfe in die Selbstständigkeit

Eine Frau steht in einem Friseursalon und blickt in die Kamera.

Mit Starthilfe in die Selbstständigkeit

Ich heiße Vahide und lebe in Kosovo. Ich bin 39 Jahre alt, mein Mann und ich haben 4 Kinder. Seit mehr als 15 Jahren arbeite ich als Friseurin, doch es war schwierig, damit unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Jahr 2015 wanderten wir nach Deutschland aus. Wir hofften auf ein besseres Leben.

Doch in Deutschland konnten wir nicht arbeiten. Nach 3 Jahren wurde unser Asylantrag abgelehnt, wir mussten zurück nach Kosovo. Glücklicherweise erfuhren wir in dieser Zeit vom Deutschen Informationszentrum für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK) in Pristina. Das Beratungsteam unterstützt Rückkehrerinnen und Rückkehrer wie uns dabei, wieder in Kosovo anzukommen. Auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten wandten wir uns also bald nach unserer Rückkehr an das Zentrum. Das Beratungsteam erklärte uns, welche Möglichkeiten wir haben.

Förderung für Arbeitsgeräte

Weil ich mich selbstständig machen wollte, war eines der Angebote besonders interessant für mich: ein Reintegrationsprogramm der Arbeitsagentur der Republik Kosovo für Rückkehrerinnen und Rückkehrer. Angehende Unternehmerinnen und Unternehmer können darüber Förderung erhalten, zum Beispiel Arbeitsgeräte. Das war ein wichtiger Hinweis für mich, denn ich wollte unbedingt wieder als Friseurin arbeiten – diesmal in meinem eigenen Geschäft. Ich habe mich deshalb mit Unterstützung des DIMAK an die Arbeitsagentur gewandt und eine finanzielle Starthilfe für die Ausstattung bekommen. Aus eigenen Mitteln muss ich nur die Miete zahlen.

Zudem ermöglichte mir das DIMAK die Teilnahme an einer Schulung zur Existenzgründung. Bei diesem Training habe ich gelernt, wie man ein Geschäft langfristig erfolgreich führt. Zu den Themen gehörten unter anderem Buchhaltung und Inventur. Zusammen mit den Beraterinnen und Beratern der GIZ habe ich auch einen Businessplan entwickelt. 2019 konnte ich in Pristina meinen eigenen Friseursalon eröffnen. Das Geschäft heißt „Vali“.

Nur mit Unterstützung des DIMAK war dies alles möglich. Ich bin sehr froh, meinen Friseursalon zu haben und meinen Beruf wieder ausüben zu können. Weil mein Ehemann nach unserer Rückkehr leider keine Arbeit gefunden hat, verdiene ich das Geld für unsere Familie. Aber 2020 kam die Corona-Pandemie.

 

Eine Friseurin bearbeitet die Haare einer Kundin mit einem elektrischen Lockenstab.

Pläne für die Zeit nach der Pandemie

Als ich den Laden eröffnete, lief das Geschäft sehr gut. Jetzt ist die Auslastung schlecht: Es kommen kaum noch Kundinnen und Kunden in den Salon. Ich arbeite dafür, dass ich die Miete bezahlen kann. Darüber hinaus bleibt kein Geld übrig.

Trotzdem tue ich alles, damit ich nicht schließen muss. Nach der Pandemie will ich wieder durchstarten. Ich möchte das Geschäft erweitern. Meine Töchter sind jetzt erwachsen, auch für sie ist der Friseursalon eine berufliche Chance. Durch die Existenzgründung hat für meine Familie und mich das Leben in Kosovo neu begonnen.

Stand: 01/2021

Ich wollte unbedingt wieder als Friseurin arbeiten – diesmal in meinem eigenen Geschäft.
Vahide